002 Polychromie in Trettin

Teilnehmer:

Am frühen Vormittag traf die Gruppe in Trettin ein und wurde alsbald von Ranthoris Moorzunge aus dem Erdhaus (ältere schwarze Drakonierin und Mitglied des Dorfrates) in ihr Haus eingeladen, um Bruder Arcturus seines Standes gemäß zu begrüßen. Da ich bereits eine Woche zuvor unauffällig angereist war, wurde ich aus meiner Unterkunft in der Taverne „Schwarzer Morast“ abgeholt und ebenfalls zum Mahl eingeladen. Wir gaben an, von einem reichen Händler angeheuert worden zu sein um die Vorkommnisse rund um die Erscheinungen und die sinkende Flackererzproduktion (siehe Anhang) zu untersuchen. Sie erzählte uns von Unruheherden in Trettin und verwies uns für unsere Untersuchungen an Revgorin Nachtschwarz aus dem Erdhaus (schw. Drakonier, lokaler Priester des Schnitters und Sohn von Rantoris), in dessen Tempel die Kranken aufgebahrt werden, und Orgass Eisenschweif aus dem Erdhaus (grüner Drakonier, Kommandant der Stadtwache) um unsere Nachforschungen zu unterstützen.

Wir begannen mit der Untersuchung der Erkrankten im Tempel des Schnitters, wo uns Revgorin und sein Akolyth, ein junger weißer Drakonier namens Torshix, empfingen.

Die Krankheit, der wir den Namen Polychromie gegeben haben, scheint eine Mischung aus Blautropfenseuche und Ringelwurmbrechen zu sein, die durch eine unbekannte Schule der Magie kreiert wurde. Sie erwies sich als resistent gegen die Magie von Bruder Arcturus & Kosimo und scheint nur Drakonier zu befallen. Symptome umfassen starkes Schwitzen, Katharsis, Bradykardie. Das markanteste Symptom ist jedoch eine Verfärbung der Schuppen im Bereich der Infektion in eine schimmernde, sich stetig wechselnde Mischung der Farben des Regenbogens, die sowohl bei chromatischen als auch bei metallischen Drakoniern gleich ausgeprägt ist. (Anm.: Eine Zusammenfassung der Kranken und der verschiedenen Infektionswege findet sich im Anhang.)

Bruder Kosimo entschloss sich den Tempel zu überwachen während der Rest sich aufmachte Kommandant Eisenschweif zu befragen. Orgass Eisenschweif erzählte uns von erhöhter Aktivität der lokalen Echsenmenschenstämme, die seit 6-12 Monaten unterstützt durch Bestien & geisterhafte Wesen dem Flackererzabbau schaden.

Dies führte dazu, dass Rondri, der Anführer des Flackererzkonsortiums, vor etwa 2 Monaten zwei Dutzend Bewaffnete fraglichen Ursprungs (größtenteils Halborks, einige Mensch & Halbelfen) anheuerte, deren Anzahl die lokale Stadtwache überschattet. Es gibt Bedenken, dass Rondri die Kontrolle über Trettin an sich reißen will. Des Weiteren herrscht Unruhe im Dorf, da die Krankheit nur Drakonier befällt und einige Drakonier meinen, die ansässigen Genasi würden dahinter stecken.

Dannach zogen wir uns zur Beratung in den „Schwarzen Morast“ zurück, während Bruder Arcturus sich noch mit einem kupfernen Drakoniern Namens Dorfrat Surgin Ätzschuppe aus dem Erdhaus unterhielt. Dieser gilt unter den Drakoniern Trettins als verpönt, da er nach dem Verschwinden seines Vaters vor 6 Monaten dessen Sitz als Dorfrat übernahm und sich für Änderungen an den existierenden Regeln im Dorf aussprach. Er erwähnte größtenteils Informationen die uns schon bekannt waren, verwies Bruder Arcturus aber an eine andere Dorfrätin namens Uelina, eine Wassergenasi, die öfters die Schürflager im Sumpf inspizieren soll.

Derweilen inspizierte Bruder Kosimo noch einmal die Erkrankten im Tempel und stellte fest, dass sich die Schimmerschuppen bei allen Patienten ausgebreitet hatten. Einer von ihnen erhob sich plötzlich. Der vormals blaue Drakonier war nun komplett mit schimmerneden Schuppen bedeckt, packte den anwesenden Priester Revgorin Nachtschwarz an der Schulter und schrie, „Der Fluch ist wahr! Wir sind verflucht! Wir hätten sie ziehen lassen sollen!“, bevor er tot zusammenbrach. Sofort verständigte Kosimo den Rest von uns und wir eilten in den Tempel. Die Leiche wies nach anfänglicher Obduktion kleine Bläschen im hinteren Rachenraum und Hals auf, wie sie normalerweise durch Verbrennungen oder Verätzungen entstehen, sowie Rückstände von Verzauberungsmagie.

Als Kosimo einen der noch bewusstlosen Patienten untersuchen wollte, verwandelten sich von einem Moment auf den anderen alle sein Schuppen in die schimmernde polychrome Farbe und er und die restlichen Patienten begannen Arcturus, Revgorin und Torshix anzugreifen. Sie waren in ihrem Bestreben Drakonier anzugreifen so fanatisch, dass sie den Rest von uns ignorierten, sofern wir ihrem Ziel nicht direkt im Weg standen.

Neben unnatürlichem Kreischen riefen die „Polychromen“ auch mehrmals Variationen von „Die Ordnung wird fallen!“ und „Der Fluch wird euch verschlingen!“. Diese Kreaturen sind nicht zu unterschätzen. Sie sind brutal, können sich unsichtbar machen und besitzen einen schaurigen Odem, der Betroffene mit ihren schlimmsten Ängsten konfrontiert. Ihre Angriffe schienen ebenfalls Polychromie an andere Drakonier übertragen zu können. Arcturus, Revgorin und Torshix wurden allesamt infiziert. Wir konnten nach einem harten Kampf drei der vier Polychromen erschlagen, der letzte konnte jedoch unter Verwendung seiner Unsichtbarkeit entkommen.

Nachdem wir die Gefahr für den Moment gebannt hatten, ließen wir Dorfrätin Ranthoris Moorzunge zu uns bringen und befragten sie über den Fluch, den die Polychromen erwähnten. Sie erzählte von einem menschlichen Wanderprediger, der vor einigen Monden des Dorfes verwiesen wurde. Er behauptete „seine Suche nach dem wahren Glauben“ abgeschlossen zu haben und wollte Trettin zu seiner Häresie gegenüber den Sechs bekehren. Dies wurde vom Dorf nicht geduldet und er wurde verbannt. Seine letzten Worte waren folgender Fluch:

„Ihr, die ihr seid, werdet gewesen sein. Euer Leid ist das der Anderen. Möget ihr und eure ganze Sippe den Schmerz ertragen, den die Welt Anderen auferlegt hat!“

Bruder Nogai wurde mit dem Akolythen Thoshix nach Madara vorgeschickt um um Hilfe anzusuchen, da dieser mehrere Pferde besitzt und am schnellsten reitet. Bruder Arcturus, Revgorin Nachtschwarz und Bruder Kosimo werden nachgeschickt damit die anderen zwei Infizierten ebenfalls Behandlung bekommen können, bevor sie sich in Polychrome verwandeln. Schwester Yolanthe und ich werden in Trettin verweilen um die Lage zu sichern und den mysteriösen Vorgängen weiter auf den Grund zu gehen.

Ich bitte ebenfalls, dass ein/e Bruder/Schwester Ermittlungen zu Rondri, dem Flackerzkonglomerat und deren Söldnern anstellt. Ihre Aktivitäten in Trettin sind mehr als nur verdächtig.

Mögen die Sechs mit uns sein,
GEZ: Bruder Sanev Bextley

*Im Anhang befindet sich eine Probe des Flackererzes. Sanev beschreibt es als ein äußerst leichtes Metall, das hauptsächlich für Dekorations- & Prunkgegenstände herangezogen wird und im direkten Licht den namensgebenden orange-roten Schimmer zeigt.*

*Eine hastig zusammengeschriebene Liste, die dem Dokument anhängt, zeigt Details der Kranken, an ihr ist eine kleine versiegelte Phiole mit einem Stachel darin befestigt*

Olthax & Gondrix, Messingfarben, beides Schmiede, Infektion durch multiple Insektenstiche, Stachel in Wunde, vermutlich bienengroßes Insekt
Thalorin, Kupferfarben, Wachsoldat, Infektion durch multiple Bisse an beiden Füßen, vermutlich Sumpfratten
Goronkas Fontänenauge a.d Lufthaus, Blau, Einsiedler/Naturkundler/Heiler, Infektion durch Klauenverletzungen im Rücken, vermutlich größeres Raubtier
Eserbavin, Golden, Torfhändler, Infektion entlang der Atemwege, Mund, Nase & Rachen betroffen, Infektion der Atemwege. !Besondere Färbung Graugrün statt Chromatisch, Flüchtig!

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