004 Bedrohung durch Untote

Teilnehmer:

Unsere Auftragslage war relativ einfach: Etwas im Landesinneren, um das Dorf Jorkesh, gab es vermehrt Berichte von Untoten, die die Bevölkerung Galshans drangsalierten. Vor Kurzem wurde ein Kontingent Soldaten aus Lashakan dorthin geschickt, jedoch ohne jemals wieder gesehen worden zu sein. Wir wurden im Auftrag der Bewahrer geschickt, um die Gefahr zu
bannen und etwaige Hintergründe zu ergründen.

Nachdem klar wurde, dass unsere Nachforschungen über die Gefahren der Untoten auf den Widerstand stießen, den man bei solch einem Thema in der Zivilisation vermuten kann, brachen wir auf. Nach einer ereignislosen Anreise auf dem Landweg über Haklin fanden wir uns in Jorkesh, einem kleinen Dorf von ungefähr 150 Seelen, dessen Bewohner eine zaunartige Einfriedung bewachten. Wir erfuhren, dass die Untoten immer des Nachts auftauchten und der letzte Angriff vor ungefähr 15 Tagen statt fand. Woher sie kommen, konnte uns aufgrund der Dunkelheit nicht gesagt werden, doch wurde der Norden als Ursprung vermutet.

Wir fragten noch in zwei benachbarten Dörfern um – Salish und Rajin – und erfuhren auch dort, dass die Angreifer womöglich aus dem Norden kamen, und aus den Körpern von Drakoniern und Genasi zusammengesetzt waren. Die Drakonier waren anscheinend auch teilweise in verrosteter Ausrüstung bewaffnet.

Schließlich kam uns ein Gerücht zu Ohren, dass die Wiedergänger aus dem “Alten Haus im Wald” kommen sollten. Dieser Wald im Nordosten wird nur leicht bewirtschaftet, und wie wir in Erfahrung bringen konnten, war dort ein Anwesen der hohen Herren Galshans – eine Jagd der Sippe der Feuerschwingen, um genau zu sein. Doch vor ungefähr zwei Jahrzehnten wurde dieser Außenposten der Zivilisation geschlossen und verfällt seither vor sich hin. Gewappnet mit einer ungefähren Wegbeschreibung konnten wir diese auch finden und durchsuchen.

Wir fanden in dem verlassenen Herrenhaus allerdings eine größere Menge Untoter und einen Nekromanten, welcher diese kontrollierte. Abgesehen von den gewöhnlichen dunklen Geschöpfen war auch ein Wesen dabei, welches offensichtlich aus den Körpern mehrerer Verstorbener zusammengesetzt war. Wir fanden auch frischere Körper und vergleichsweise neuwertige Waffen, welche darauf deuten, dass die entsandten Soldaten von den Untoten überwältigt wurden.

Da der Kampf uns das Äußerste abverlangte, wollten wir rasten, bevor wir uns etwaigen weiteren Gefahren stellten, und konnten gerade noch weiteren Untoten entkommen, die zum Anwesen zurück kehrten und uns gnadenlos verfolgten. Wir kehrten nach Jorkesh zurück und nahmen uns ein paar Tage Zeit, um unsere Wunden zu versorgen, ehe wir uns wieder in den Wald wagten.

Mit vollen Kräften waren die vereinzelten Untoten kein Problem. Da unsere Flucht etwas hektisch war, bemerkten wir auch jetzt, dass die Wesen merklich ineffizienter waren – es fehlte anscheinend der steuernde Wille eines kontrollierenden dunklen Magiers. Ein Zeichen, dass wir den richtigen getroffen hatten.

Wir hatten Glück und hatten anscheinend zuvor tatsächlich alle gröberen Gefahren in dem Gebäude beseitigt. Wir fanden etliche Unterlagen und magische Gerätschaften, die sich zu diesem Zeitpunkt natürlich schon im Besitz der Bewahrer befinden, sowie eine versteckte Kammer, in der sich offensichtlich noch Schätze aus der Zeit der Flammenschwingen befanden, welche wir sicherstellen konnten. Auch das Zauberbuch des Totenbeschwörers wurde sichergestellt.

Weiters fanden wir ein Wesen, dessen Art uns allen unbekannt war. In der Form eines Drachens war es uns bei unserem ersten Aufenthalt entgangen, da es sich anscheinend unsichtbar machen konnte. Es war auch massgeblich der Grund, wieso wir uns aus dem Raum zurückzogen, da wir eine unsichtbare Präsenz wahrgenommen hatten, und Nesni kurzfristig die Kontrolle verlor und einen Schlag auf seine Verbündeten austeilte, ehe er sich wieder fangen konnte. Es handelte sich um ein Wesen, das an einen Drachen erinnert, jedoch nur in etwa in der Größe einer gewöhnlichen Hauskatze und mit schmetterlingsähnlichen Flügeln. Es wurde in einem Käfig gefangen gehalten und war bei unserem zweiten Besuch schwer angeschlagen, weshalb wir es wahrnehmen konnten. Eine Skizze dieses Wesens wurde von Nesni angefertigt und liegt diesem Bericht bei.

Nach einer Heilung stellte sich heraus, dass dieses Wesen kommunikationsfähig war. Anscheinend wurde es gefangen gehalten, um Botschaften zwischen dem Nekromanten hier und einer Kontaktperson in Lashakan zu überbringen. Obwohl wir aufgrund der Ereignisse beim letzten Besuch skeptisch waren, entschlossen wir uns, Skibbit (wie es sich nannte) seine Freiheit anzubieten, wenn es uns Informationen geben würde. Bevor es sich laut eigenen Aussagen in den “Schillernden Wald” davonmachte, erfuhren wir folgendes:

Der Nekromant (ein Erdelementarischer, der leider seinen Verletzungen erlag, bevor er befragt werden konnte), hieß Bashandos. Er machte gemeinsame Sache mit einem gewissen Jamis Kandar, welcher in Lashakan haust. Dieser wurde uns als junger Mensch mit dunklen Haaren und kurzem Bart beschrieben, der offensichtlich viel Wert auf sein Äußeres legt. Noch erwähnt wurden helle Augen, die im Licht schimmern. Anscheinend wohnt er im einzigen Haus der Stadt, auf dessen Dach dunkle Schindeln zu finden sind, und eine Statue, die einen Drakonier im Kampf mit einem Drachen zeigt ist anwesend oder in der Nähe. Bei den überbrachten Botschaften handelte es sich hauptsächlich um Anforderungen von erforderlichen Materialien, die der Nekromant im Wald benötigte. Wir empfehlen dringend, dieser Sache weiter nachzugehen.

Von den Fundstücken sei noch ein Dolch speziell hervorgehoben. Diese wunderbar gefertigte Waffe trug ein Symbol am Heft: Zwei Schlangen, die sich gegenseitig in den Schwanz beißen und so einen Kreis bilden, um einen Rubin herum. Wir wissen nicht, ob diese Symbolik eine gewisse Signifikanz hat, doch soll sie nicht unerwähnt bleiben.

Letztlich sei angemerkt, dass wir keine Anzeichen darauf fanden, dass die Feuerschwingen in irgendeiner Form mit den Geschehnissen involviert sind – ein Gedanke, der Bruder Arcturus verständlicherweise in Entsetzen versetzte. Es scheint, als hätte sich der Nekromant lediglich in dieser verlassenen Ruine niedergelassen.

Bruder Tershegox

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