008 Die Kornfelder Dhal Daruhms

Auftrag: Es schienen vermehrt Übergriffe in den Grenzgebieten von Dahl Daruhms südwestlichen Ausläufern an der Tagesordnung zu stehen. Brandschatzung, sinnlose Zerstörung und Ähnliches. Dabei handelte es sich um gezielte Angriffe auf die Kornkammer des Felsenreiches. Unsere Mission war es dort Informationen zu sammeln, Übergriffe zu verhindern und wenn möglich die Wurzel des Problems ausfindig zu machen.

Teilnehmer:

Nach einer etwa 12-tägigen Anreise per Schiff den Trokkan hinauf (Gerüchte über lüsterne Nixen erwiesen sich als seemännischer Aberglaube) und anschließendem Ritt, erreichten wir unser Ziel, das Dorf Korrok-Arduum im fruchtbaren Grenzgebiet von Dhal Daruhm. Balin heilte einige verletzte Zwerge, die ihm von Angriffen auf den Nord- und Sonnhof vor einigen Wochen berichteten. Dies konnte uns auch unser Schatten Elsig Zweiauge bestätigen, mit dem wir uns in der Taverne Zum Fetten Ochsen trafen.

Laut Zweiauge war Eile am Mann: von den fünf Höfen der Gegend waren nur noch drei übrig, nachdem vor 2 ½ Monaten erst der Nordhof praktisch dem Erdboden gleichgemacht worden war (nur etwa ein Dutzend Zwerge, der dort arbeitenden knapp 70, hatte überlebt), und dann vor etwa 6 oder 7 Wochen der Osthof angegriffen worden war; dort hatten mehr überlebt und konnten nach ihrer Flucht berichten, die Übeltäter wären etwa 10-20 andere Zwerge gewesen, spezifisch Tiefenzwerge, in Begleitung von unnatürlichen Wesen mit 7 oder 8 Armen, die sie in der Nacht angegriffen hatten. Bis heute hatte sich niemand getraut die Ruine des Nordhofes zu untersuchen. Es wäre nun verheerend, wenn noch ein weiterer Hof vernichtet werden würde, weswegen vor einigen Wochen auch Soldaten des Hochkönigs hier stationiert worden waren, um die Höfe zu bewachen. Leider aber wurden diese vom Gold gelockt, weswegen sie hauptsächlich den reichen Silbersteinhof bewachten.

Wir brachen am nächsten Vormittag, nachdem Balin noch ein Gespräch mit dem Dorfvorsteher Halgromm Essenfunke geführt hatte, in Richtung des Nordhofes auf, dessen Ruine wir dann gegen Abend erreichten. Was wir vorfanden waren eingerissene Steinmauern, die regelrecht geschmolzen zu sein schienen, verkohltes Holz, sowie diverse Vögel und Krähen auf den Dächern. Auch wenn wir Blutspuren vom Kampf entdeckten waren dort allerdings auffallend wenige Knochen zu finden – eindeutig zu wenige Überreste für das Massaker, das sich hier anscheinend zugetragen hatte. Den geschmolzenen Stein konnten wir auf Säure zurückführen, die gut 3-4 m hoch gespritzt worden war, vermutlich von einer Kreatur, die darauf spezialisiert ist Stein so zu zersetzen. Was noch auffiel war eine böse Präsenz, die Balin im Boden spürte, sowie dass alle Vorräte noch im Keller waren, was den Verdacht der Dorfbewohner auf Banditen eindeutig widerlegte. Des Weiteren waren zu wenig Fußabdrücke am und um den Hof am Boden, so als wären sie verwischt worden. Schließlich entdeckten wir allerdings etwas südöstlich vom Hof etwas noch viel ungewöhnlicheres: eine Art gewaltigen Maulwurfshügel (4 m Durchmesser), aus dem – wie wir vermuteten – die Angreifer gekommen sein dürften. Wir gruben uns ein Stück hinein, stießen allerdings auf keinen Tunnel. Allerdings wurde uns klar, dass in die Richtung dieses Hügels auch der Sonnhof liegen dürfte. Zu selbigen brachen wir querfeldein auf und zelteten am Weg, um dann kurz nach Mittag des nächsten Tages anzukommen. Am Weg waren keine weiteren dieser Erdhügel zu sehen gewesen, erst am Hof fanden wir wieder einen, diesen in etwa südwestlicher Richtung. Der Sonnhof selbst war weniger ruiniert als der Nordhof, aber nicht weniger verlassen und brach. Hier fanden wir einige Leichen von Zwergen im Gras um den Hof, sowie im Hof selbst, alle im angemessenen Stadium der Verwesung; es fiel aber auf, dass bisher keine Tiere an ihnen gefressen hatten, was auf eine Vergiftung oder ähnliches hinwies. Bei den meisten konnten wir zwar Stichverletzungen von Waffen als Todesursache ausmachen, allerdings entdeckten wir an einigen seltsame Rötungen wie eine Art Wundbrand, was an einer Leiche so nicht vorkommen sollte. Wir entnahmen eine Probe zur weiteren Untersuchung, die Balin später als magischen Pilzbefall identifizierte. Im Innenhof, wo die meisten Leichen lagen, wirkte es fast so als wären sie alle zugleich gefallen. Auch hier konnte Surtr Magie im Boden ausmachen, die er als nekromantisch, vielleicht unheilig bezeichnete, und auch ich spürte latente Magie, die noch immer in der Luft lag, und die mir die Nackenhaare aufstehen ließ. Nachdem Surtr und Balin die Leichen in einer Erdgrube mit den letzten Riten verbrannt hatten, kehrten wir ins Dorf zurück.

Von dort aus machten wir uns am nächsten Tag zu Pferd und mit einer groben Karte der Umgebung und besonders der Lage der Höfe auf zum Gutbräuhof, den wir als nächsten an der Reihe vermuteten auf Grund der Lage der Erdhügel. Dort allerdings fanden wir weder Erdhügel, noch dunkle Magie im Boden, und es war den zahlreichen Arbeitern auch nichts besonderes aufgefallen. Tershegox hatte dann allerdings die richtige Vermutung, die auch die ungewöhnliche Zeitdauer zwischen den Angriffen erklärte: der Grund war, dass die Angreifer ihre Tunnel erst graben mussten; wäre der Gutbräuhof das nächste Ziel, wären sie schon längst hier gewesen. Verglich man aber die Karte mit der Dauer wie lange sie vom Nord- zum Sonnhof gebraucht hatten, so wurde klar, dass der Steinbarthof weiter im Westen schon bald attackiert werden könnte. Da es schon zu spät war um ihn heute zu erreichen, übernachteten wir wieder im Dorf und machten uns dann zeitig am nächsten Tag auf. Dort angekommen fanden wir zwar noch keine Erdhügel, aber die Gutsherrin Olvina berichtete, dass im Nordosten Absetzungen in der Erde entdeckt worden waren, und Balin und Surtr spürten bereits schwach unheilige und nekromantische Magie ums Gutsgebäude liegen. Da die Absetzungen schon sehr dicht am Hof waren wurde beschlossen den Hof zu evakuieren, während wir uns in den Feldern auf die Lauer legten.

Als die Dunkelheit schon hereingebrochen war, begannen wir ein Schaben zu hören. Das erste, was jedoch passierte, war, dass Tershegox, der etwas weiter abseits stand, von zwei unsichtbaren Oberflächen-Zwergen, anscheinend Späher, angegriffen wurde, gefolgt von einem ebenfalls unsichtbaren Zwergenmagier. Gleichzeitig begann in der Nähe des Wohnhauses, wo wir es erwartet hatten, die Erde zu bröckeln und bald tat sich ein Loch auf, aus dem zwei über 2 m große, ameisenähnliche Bestien mit Klauen herausbrachen. Ihnen folgten noch zwei schwer gerüstete Tiefenzwerge, ein unglaublich muskulöser Tiefenzwerg mit einem Beil, der, wie wir später feststellten, “Würger” genannt wurde und dem die Zunge fehlte, und ein tiefenzwergischer Druide mit einem merkwürdigen Kristall in der Hand. Der folgende Kampf war hart, und Balin, Tershegox und Draggolia kamen mehrmals fast ans Ende ihrer Kräfte; allerdings konnten wir alle Angreifer eliminieren, bis auf den Würger und den Druiden mit dem Kristall, offensichtlich ihr Anführer, der sich als Sebrok Dunkelspahn zu erkennen gab. Leider schaffte der Würger es Tershegox als Geisel zu nehmen, und auf die Drohungen Dunkelspahns hin gab Surtr den Befehl die Waffen niederzulegen. Dunkelspahn, der keine Ahnung hatte wer uns geschickt hatte oder was wir dort wollten, forderte, dass wir den Hof verlassen und am nächsten Hügel auf Tershegox warten sollten, was wir auch taten; das Leben unseres Kameraden war uns das wert.

Später, nach seiner Freilassung, berichtete uns Tershegox, dass der Tiefenzwerg ihm aufgetragen hatte, wir sollen die Ereignisse dieser Nacht als Sieg verkaufen und berichten, dass niemand überlebt hätte, der weiter diese Anschläge durchführen könne. Ansonsten, so versprach Dunkelspahn, würden zufällig Leute in Korrok’Arduum sterben, und dieses Blut würde dann an unseren Händen kleben. Im Gegenzug war der Steinbarthof verschont worden. Des Weiteren hatte der Tiefenzwerg Tershegox einen kleinen Einblick gegeben in was er und sein Gefolge (wir vermuten eine größere Truppe noch im Untergrund) wirklich machten, indem er ihm durch Blutmagie selbiges aus dem Körper und in den Kristall zog (dies könnte einen Hinweis auf den Verbleib der Kadaver am Nordhof geben). Mangels einer besseren Option willigten wir mehr oder weniger widerwillig ein und reisten am folgenden Tag aus Dhal Daruhm ab.

Gez. Y. C. L. D.-R.

Anmerkung: Meine persönliche, bisher unbestätigte Vermutung ist, dass es sich bei der bösen Aura im Boden der beiden Höfe um Pilzwachstum handeln könnte, da Dunkelspahn sich anscheinend auf Magie mit einer Art Sporen spezialisiert hat – zumindest waren im Kampf Spuren davon zu bemerken, da er denen, die ihm zu nahe kamen, Atembeschwerden machen konnte. Es würde auch mit dem magischen Pilzbefall der Leichen zusammenpassen. Was sich mir noch nicht ganz erschließt ist, ob er die Höfe als Ziel der Tunnel selbst aus dem Untergrund markiert hat, oder ob er einen Verbündeten an der Oberfläche hat, der ähnliche Magie zum Markieren verwendet. Olwina Steinbart zB. vermutete, die Silbersteins könnten von den Angriffen profitieren, da die Kornpreise durch den Terror extrem angestiegen waren. Allerdings passt das nicht ganz zur Blutmagie, auch wenn es das nicht unbedingt muss.

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