010 Die Kammer von Garad Bholrogh

Auftrag:

Untersuchung und Sicherung einer neu geöffneten Kammer in der Umgebung Garad Bholroghs.

Teilnehmer:

Durchführung:

Wir konnten nach dem Teleport ohne Probleme in die Festungsstadt Garad Bholrogh vorrücken und von den Schatten die benötigten Informationen einholen. Die neue Kammer öffnete sich im Nordosten der Stadt hoch in den Bergen, direkt neben einer alten aufgelassenen Kupfermine. Wir ließen Vorsicht walten – wir hatten erfahren, dass diese Mine seit Kurzem wieder von Prospektoren anvisiert wird – doch die Anreise über drei Tage verlief problemlos. Dort fanden wir die Kammer, die der Schatten wunderbar verschlossen und vor neugierigen Augen verborgen hatte. Mit dem von ihm erhaltenen Passwort brachen wir seine Magie, verhängten noch die Öffnung mit unseren Zelten (daraus trat ein Leuchten hervor, das hoch am Berg sehr weit sichtbar gewesen wäre) und traten ein.

Die Kammern:

Die gesamte Architektur bestand aus grauem Kristall, in dem farbige Linien umherzogen. Dieser Kristall verbreitete auch ein leichtes Leuchten. Die Kammern waren durch Korridore getrennt, die jeweils an beiden Enden “Türen” hatten. Diese Türen waren aus dem gleichen Kristall wie die Wände und jeweils ohne Fugen in die Wände eingefügt. Lediglich eine Häufung der Farblinien ließ auf Öffnungen deuten. An jeder Tür konnte eine kleine unebene Fläche gefunden werden, die bei Berührung die Tür öffnete. Geöffnete Türen glitten lautlos in die Wand, wo daraufhin auch keine Fuge zu sehen war. Nach Entfernung von der Türöffnung schlossen sie sich wieder.

Wenn ich von einem Raum einer gewissen Farbe schreibe, ist damit gemeint, dass schon die Gänge dorthin jeweils eine Häufung der Linien dieser Farbe auszeichnet, und dass das Licht in diesem Raum stark in dieser Farbe gefärbt war. Ein Lageplan dieser Räumlichkeiten ist angehängt.

Eingangshalle:

Der erste Raum hatte ein Podest an der Mitte, auf dem vier Kristalle eingelassen waren (in den Farben Blau, Grün, Orange und Schwarz). Man konnte Häufungen von grünen Linien an der linken Wand und blauen Linien gegenüber des Eingangs erkennen, wo sich die Wege zu den Räumen A1 und A2 befanden. Drücken der Kristalle schien einen Impuls durch die Linien dieser Farbe zu senden bis in die betroffenen Räume (A1, A2 und B1), die dadurch kurz aufleuchteten, allerdings waren keine weiteren Effekte zu beobachten. Drücken des schwarzen Kristalls hatte keinerlei Effekt.

A1:

Dies war der grüne Raum. Verbindungen zu Eingangshalle und Stiegenhaus. Solange beide Türen geschlossen waren, bildete sich hier die Illusion einer realistischen Landschaft. Man konnte sogar die Erde zwischen den Händen zerreiben und riechen. Allerdings blieb z.B. Magie, die Erde betrifft, wirkungslos. Diese Illusion strömte auch ein Gefühl von Wohlbefinden und Ruhe aus. Man konnte an den Pflanzen die Öffnungsfelder der Türen erkennen; Betätigung brach die Illusion und öffnete die Tür.

A2:

Dies war der blaue Raum. Verbindungen zur Eingangshalle und Stiegenhaus. Drei paarweise angeordnete Vertiefungen mit jeweils einer Kristalltafel auf einem Pult dazwischen. Sanev und Draggolia betraten so ein Paar und schienen für uns einige Augenblicke katatonisch da zu stehen. Sie berichteten später davon, dass auf der Tafel nur für die beiden sichtbar (doch in der jeweiligen Muttersprache) folgende Zeilen zu lesen waren:

„Ihr zwei seid nun verbunden,
und doch seid ihr getrennt.
Wer von euch zwei den Geiste nützt,
und den anderen beschützt,
soll daran sich laben und erquicken,
um den eig’nen Verlust zu ersticken.“

Daraufhin konnten sie Gedanken und Erinnerungen austauschen, was dazu führte, dass, als sie wieder zu sich kamen, Sanev etwas energischer als sonst auftrat, während Draggolia über Schmerzen im Rücken klagte. Aus ihren beiden Versenkungen bildeten sich lila Linien in Richtung der Tafel, aus denen dort ein lila Kristall wuchs, den wir mitnahmen. Dieser Raum konnte kein zweites Mal aktiviert werden.

Stiegenhaus:

Verbindungen von A1 und A2, sowie eine Doppelwendeltreppe nach unten. Unten identischer Raum, mit Verbindungen zu B1 und B2.

B1:

Dieser rot-orange Raum war nur vom Stiegenhaus betretbar. Zwei Vertiefungen befanden sich auf beiden Seiten eines Kristallkastens mit einem orangen Kristall darauf. Berührung des Kristalls führte dazu, dass derjenige alleine eine Stimme hörte, die ihm anbot, seinen Weg zum Fortschritt zu wählen: Hülle oder Geist. Daraufhin wuchs aus dem Boden eine wabbernde Masse, die die Person berührte und gleichzeitig ein Duplikat der Person erstellte. Ilyich aktivierte diesen Kristall zuerst, und Sanev sah in diesen Ereignissen eine Bedrohung, woraufhin wir diese Masse zerstörten. Danach konnte Ilyich wieder mit uns kommunizieren und uns mitteilen, dass dieses Etwas von ihm seine größte Scham verlangt hatte, um ihn stärken zu können. Sanev wollte dies austesten und aktivierte die Kammer erneut. Das Etwas griff zwar auch nach Draggolia, doch in ein paar Sekunden verschwand es und ließ einen blauen Kristall zurück, mit dem der Kasten in der Mitte geöffnet werden konnte, in dem sich inzwischen ein roter Kristall gebildet hatte. Dieser konnte nur von Sanev berührt werden. Anscheinend war das Etwas verschwunden, nachdem die beiden Betroffenen genug Scham mit ihm geteilt hatten. Eine weitere Aktivierung dieses Raumes war nicht möglich. Es sei angemerkt dass beide Freiwillige auf die Frage mit “Geist” antworteten und etwaige Unterschiede zu “Hülle” nicht bekannt sind. Der Vorgang hat außerdem alle Betroffenen davon stark geschwächt.

B2 – ACHTUNG: Wiederholte Querung meiden

Auch dieser Raum wirkte grünlich. Verbindungen zum Stiegenhaus und der Bibliothek.Wenn die Türen geschlossen waren hatte man die Illusion, in einem Wald zu stehen – allerdings nicht so eine perfekte Illusion wie in A1, sondern eher als stünden wir in einem Glaskasten im Wald. An den Wänden waren “Stehtische” mit einer Höhe von ungefähr zwei Schritten angebracht. Hier überkam uns bei jeder Querung eine tief sitzende Müdigkeit, die auch nach Verlassen des Raums anhielt.

Bibliothek:

Blau/Oranger Raum. Verbindungen zu B2 und B3. Wie schon in der ersten Kammer lagerten hier Regale um Regale mit Kristallplatten, von denen nur die Wenigstens mit Schriftzeichen bedeckt waren. Auf der Decke war eine erstaunlich realistische Darstellung des Nachthimmels, mit dem Sternbild “Das Schwert” hervorgehoben. Dies ist vor allem von Relevanz, da sich diese Kammer zu der Zeit geöffnet hatte, in der das Schwert in dieser Region im Zenit stand. In der Mitte des Raumes stand ein zweigeteiltes Pult, mit einem kleinen Kristall, der bei Berührung das Sternbild heller aufleuchten ließ. Auf der einen Seite des Kristalls stand wie in der ersten Kammer eine Schrift, die niemand lesen konnte, auf der zweiten Hälfte stand in Primordial:

Wir, die wir beobachten,
die wir aufzeichnen, die wir vermessen und zählen,
sind diejenigen, die sicherstellen,
dass eine strahlende, helle und gute Zukunft vor uns liegt.

Octavis Sextus – Errichtet unter Schmiedemeister Proteus Singularis
Die Sterne sind messbar – der Weg liegt vor uns!

B3 – ACHTUNG: Extreme Gefahr!

Der letzte Raum schließlich war eine sehr große Kaverne, in der Sanev enorme gespeicherte arkane Kraft erkannte. In der Mitte war eine Konstruktion mit zwei Schwarzen Säulen – eine vom Boden und eine von der Decke – die zwischen sich allerdings nicht wie in der ersten Kammer ein Licht hielten sondern einen grauen Kristall, ähnlich dem Material der Wände. Dennoch war der Raum hell mit einem weißen Leuchten erfüllt – die Luft um den Kristall schien energiegeladen. Wo die Säulen den Boden berührten gingen einige Linien nach außen, die in Ringen endeten. Zwei waren gold, zwei weitere waren golden aber unterbrochen und zwei waren in einem rot-braun. Offensichtlich waren diese Kreise dazu gedacht, sich in sie zu stellen, was wir taten. Auf einmal drang aus dem Kristall in der Mitte eine nebelartige Masse und wir spürten eine mächtige Präsenz, die versuchte, unsere Gedanken zu übernehmen.

Diejenigen in goldenen Kreisen spürten intuitiv, dass sie positive Gedanken der Ordnung in diesen Kreis lenken konnten, um das Gefängnis dieser Entität zu stärken. Diejenigen in roten Kreisen spürten umgekehrt, dass sie mit zerstörerischen Emotionen dieses Etwas befreien konnten. Diejenige von uns, die unter seinen Bann fielen, versuchten um jeden Preis, die roten Ringe zu benutzen. Den Göttern zum Dank konnte es allerdings nie lange die Kontrolle über uns halten, und so schafften wir es, den Käfig wieder zu versiegeln. Auch die beiden erwähnten goldenen Ringe mit unterbrochener Linie konnten wir reaktivieren, nachdem wir unsere Magie hinein kanalisierten.

Nachdem diese Präsenz gebannt war, begann der ganze Kristall hell zu leuchten und sah schließlich den Beschreibungen der ersten Kammer sehr ähnlich. Wir empfehlen dringend, diesen Raum genauer zu analysieren, ob diese Präsenz dauerhaft gebannt oder gebunden ist – etwas, das unsere Expertise übersteigt.

Danach versuchten wir noch die anderen Räume jetzt mit aktiver Energiequelle neu zu aktivieren, jedoch blieben sie inaktiv. Wir verbrachten noch ein paar Tage mit der Katalogisierung der Bibliothek, bevor wir wieder nach Garad Bholrogh aufbrachen, um unseren Bericht an die dortigen Schatten zur weiteren Bearbeitung zu übergeben.

Gezeichnet im Dienste der Bewahrer: Leutnant Tershegox Silberzunge aus dem Lufthaus

Die Kristalle:

Der lila Kristall aus Raum A2 ist in der Lage, einmalig für einen Tag eine Psyche vor sämtlichen Eingriffen zu schützen.

Der mächtige Rote Kristall aus B1 ist in der Lage, einen Körper zu heilen und für einen ganzen Tag zu erquicken und scheint seine Magie selbstständig zu erneuern. Nach Analyse konnte der Zauber gebannt werden, durch den nur Sanev ihn berühren konnte.

Aufbau der Kammern:

Das abgebildete Sternzeichen “Das Schwert”

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