012 Geiselaustausch in Carant

Brell Glitzfinger, ein Schatten und Feinmechaniker aus Carant (Orthongor), wurde von einer Gruppe Namens „Die Augen des Molochs“ gefangen genommen und soll mit einem unserer Gefangenen, Orgex Treuhand aus dem Wasserhaus, ausgetauscht werden. Glitzfinger soll gerettet werden um die Herausgabe von Orgex zu verhindern.

Teilnehmer:

Hohe Schwester Layalia erklärte uns die Sachlage. Sie wolle wie geplant in drei Wochen nach unserem Aufbruch mit Orgex Treuhand zum geplanten Geiselaustausch nach Carant reisen und, sollten wir Erfolg haben, sind wir angehalten, ihr über einen Kommunikationskristall, welcher in Glitzfingers Werkstatt zu finden sein sollte, Bescheid zu geben.

Wir reisten per Teleportanker nach Oronada (Tessara) und waren dann noch rund eine Woche bis nach Carant unterwegs (Grenzstadt zu Tessara und südlichste Stadt von Orthongor). Mit Aliassen ausgestattet betraten wir ohne Probleme die Stadt und kamen in einer Taverne namens Marello‘s Niete unter. Als erstes versuchten Nesni und ich die Werkstatt Brell Glitzfingers zu finden und fragten uns durch, getarnt als potentielle Kunden. Wir fanden sie schließlich im Handwerksviertel, Schmelzviertel genannt. Die Werkstatt war wie erwartet geschlossen und bei jeder Frage nach Brell, wurden die Leute sehr schnell einsilbig und wollten nichts mehr mit uns zu tun haben. Bald bemerkten wir, dass ein Großteil der Stadt in den Händen einer Bande war, die Schutzgeld von den Händlern, Tavernenbesitzern und Handwerkern erpresst. Wir vermuteten, dass es sich um die sogenannten „Augen des Moloch‘s“ handelt, was uns später bestätigt wurde.

Draggolia versuchte in der Taverne, ihre Heilkünste anbietend, einschlägige Personen zu finden um Informationen über den Moloch zu bekommen. Tershegox hingegen gab sich als reisender Barde aus und versucht im Gespräch und Spiel mit den Einwohnern und Tavernenbesuchern Informationen zu bekommen. An einem anderem Tag verkleidete sich Draggolia als Mitglied des Rubinkollegiums und versuchte bei der Stadtwache ihr Glück. Die Vorhaben gestalteten sich sehr schwierig und brachten nur mäßige Erfolge. Generell fanden wir heraus, dass der „Moloch“ hier sehr tief verwurzelt ist und überall die Finger im Spiel hat und sehr wahrscheinlich auch die Stadtwache zum Teil in der Tasche hat.

Bei Gesprächen mit dem Tavernenbesitzer Marello und einer älteren Gnomin, die einen Laden gegenüber von Brell‘s Laden besitzt, erfuhren wir von einem kräftigen, tätowierten Gnom und einer geschickt und hinterlistig anmutenden Gnomin, die anscheinend alle zwei Wochen ihre Schutzgeldtour machten, und legten uns auf die Lauer um sie beschatten zu können. Erst nach ein paar Tagen tauchten sie in der Taverne auf; Tershegox verfolgte beide bis zu einem Badehaus, aus dem sie nicht mehr auftauchten. Zur gleichen Zeit war ich unterwegs um mich noch einmal als Kunde getarnt nach Brell umzuhören, was nicht unbemerkt geblieben ist. Ich wurde von vier zwielichtigen Gnomen in einer Gasse attackiert. Etwas in Panik warf ich den Prototypen meiner Wurfphiole. Dieser funktionierte wie erwartet und erwies sich außerdem als äußerst potent und einer der Gnome war sofort tot, ein zweiter schwer verwundet. Die anderen zwei sind daraufhin panisch geflüchtet. Ich schnappte mir den Verwundeten und brachte ihn in die verlassene Werkstätte von Glitzfinger und versorgte ihn dort. Später, als Nesni, Tershegox und Draggolia auftauchten, verhörten wir den Gefangenen. Ich erfuhr von Draggolia, dass die Wache kein großes Aufsehen um den Tod des Gnomes und den Aufruhr machte, was den Verdacht erhärtete, dass die Macht des „Moloch‘s“ tiefer reicht als gedacht. Vom Gefangen erfuhren wir, dass der „Moloch“ einen Unterschlupf im besseren Viertel der Stadt, hinter dem Spiegelturm, besitzt und sehr einflussreiche Personen in dessen Reihen zu finden sind. Auch erfuhren wir, dass das Badehaus als eine Art Umschlagplatz für das erbeutete Schutzgeld dient. Die Handlanger bekommen ihre Befehle von einem der vier „Arme“ und vom „rechten Horn“ (anscheinend beziehen sich Titel innerhalb der Organisation auf Körperteile).

Da der „Moloch“ anscheinend schon auf uns Aufmerksam geworden war, war Eile geboten um die Geisel nicht zu gefährden. Wir untersuchten zuerst noch den Unterschlupf hinter dem Spiegelturm um dann zu entscheiden ob wir direkt dort oder im Badehaus unser Glück versuchen sollten. Es stellte sich heraus, dass der Unterschlupf ein zweistöckiges Gebäude hinter dem Spiegelturm war. Das Gebäude wurde durch Magie und Stadtwachen geschützt und wir sahen keine Möglichkeit heimlich in das Haus einzudringen. Daher beschlossen wir es mit den Badehaus zu versuchen. Noch in der selben Nacht kundschafteten wir das Badehaus aus und verfolgten die Spur bis in den Keller im hinteren Bereich des Dampfbades. Dorthin wurde das Schutzgeld gebracht und wir wollten die dort befindlichen Personen übertölpeln und mit übermütigem Selbstbewusstsein einfach durchmarschieren. Soweit der Plan, der aber leider durch eine skeptische Gnomenfrau vereitelt wurde, und so kam es zu Kampf. Durch Kommunikationsschwierigkeiten und die Tatsache, dass eine Schuppenrüstung im Badehaus sehr auffällig war, ergab es sich leider, dass Tershegox ohne Rüstung in den Kampf ziehen musste. Nach kurzem Geplänkel verlagerte sich das Moment zugunsten der anderen Partei und wir gerieten ins Hintertreffen. Nur aufgrund Tershegox‘ furchterregender Drachennatur, die er durch einen wilden Schrei entfesselte, wurden die restlichen Gegner in die Flucht geschlagen. Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn ihm der Schrei nicht so gut gelungen wäre.

Bevor sie verschwanden, meinten unsere Gegenspieler zu wissen, dass wir wegen Brell Glitzfinger hier seien und rieten uns sie nicht zu verfolgen, da sonst sein Leben in Gefahr wäre. Wir versuchten eine falsche Fährte zu legen um unseren Schatten zu schützen und meinten wir wüssten nichts von dieser Person und seinen nur hier um uns zu bereichern. Draggolia gab uns noch als Mitglieder der „Dreizehn Dolche“ zu erkennen und wir hinterließen auch noch Symbole der „Dreizehn Dolche“ um den Schein noch zu verstärken. Das gesamte Schutzgeld wurde von uns eingesammelt, einige Dokumente fielen uns in die Hände und etwas, das mich umso mehr überrascht hat: Es befand sich eine handvoll Flocken von Blaukupfererz unter den Sachen. Es ist das Erz, nach dem ich suche, welchem große magische Kraft innewohnt und an dem ich schon etwas an Forschung geleistet habe. Die Probe des Erzes wurde von einem Brief begleitet, welcher mit dem Namen „Azurit“ unterzeichnet war, mit dem Inhalt, dass mehr davon gefunden werden soll um das magische Potential des Erzes zu nutzen. Ich empfehle hierzu weitere Nachforschungen anzustellen, da das Erz eine potentielle Gefahr in den falschen Händen darstellt. Die weiteren Dokumente waren mit Zeichen zweier Hörner (ein linkes und dann einmal ein rechtes) und einer Klaue gekennzeichnet. Wir packten das Gold, das Erz und die Dokumente zusammen und verschwanden so bald als möglich aus der Stadt.

Wie ich später erfahren habe ist der Geiselaustausch wie geplant ausgeführt worden und Brell Glitzfinger ist wieder in Sicherheit. Leider ist Orgex Treuhand den „Augen des Molochs“ übergeben worden und untergetaucht.

Gezeichnet Montigus I.B.O.A

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